Raubrittertum (1)

Modernes Raubrittertum in Österreich wird natürlich politisch korrekt nicht so genannt. Oh nein, da gibt es viel elegantere Bezeichnungen …

Zum Beispiel: Sozialversicherung

Da macht doch glatt einer – wieder einmal – den Vorschlag die Krankenkassen zusammenzulegen um Kosten einzusparen. Na, da sei Gott vor! Der steuer- und abgabenzahlende Trottel (vulgo österreichischer Staatsbürger) darf ruhig für ein knappes Dutzend Generaldirektoren sowie deren speichelleckender Entourage aufkommen. Und wenn’s eng wird, sparen wir halt bei den Leistungen ….

Apropos Leistungen: Manchmal wohl eher eine Fehlleistung. Anders ist es wohl auch nicht zu erklären, wieso bei einem ambulanten chirurgischen Eingriff beim ersten Ambulanzbesuch zunächst von der Verwaltung nach dem Namen der Vertrauensperson sowie der Telefonnummer gefragt wird. Dies wird fein säuberlich in den Computer getippt. Soweit, so gut. Zwei Tage später, zum für den Eingriff beim Erstbesuch festgelegtem Termin …

… wandert man im Kreis: Anmeldung – Ambulanz – Anmeldung (woanders!) – Ambulanz – Station im 2. Stock – Ambulanz – Station im 2. Stock

brainsurgeonund wird insgesamt drei Mal gefragt. Wonach? Nun, ganz wichtig ist offenbar der Name der Vertrauensperson sowie deren Telefonnummer (ja, dieselben Daten wie zwei Tage vorher in den Computer eingegeben!) Den Vogel schoß allerdings eine Krankenschwester (jene im 2. Stock) ab, dort wurde nämlich der Blutdruck gemessen – ist offenbar in solch luftiger Höhe anders – und auf die Auskunft die Vertrauensperson sei die mit anwesende Gattin, fragte: „Ah, wohnen sie zusammen“. Glücklicherweise wurde der Blutdruck vorher gemessen ….

Jedenfalls wurden hier unheimlich viel Ressourcen verschwendet, in einer Art, die einen allergisch Kollaps auslösen kann, wenn man die resultierenden Kosten bedenkt. Ach ja, Für die 2 Ambulanzbesuche darf ich natürlich wieder einen Selbstbehalt zahlen ….

Hauptsache den Herren Generaldirektoren geht’s auf meine Kosten gut!